Ich habe immer öfter das Gefühl, dass es heutzutage vor allem um Geschwindigkeit und Effizienz geht. Wir brauchen immer mehr Informationen die noch schneller verarbeitet und effizienter genutzt werden sollen. Eine bewusste Entscheidung findet dabei immer weniger statt, Quantität steht über Qualität.
Neben dem Raum, zum Nachdenken dürfen wir den Prozess selbst nicht aus dem Blick verlieren. Statt nur auf das Ergebnis fixiert zu sein, kann der „Prozess des Schaffens“ auch bewusst gestaltet werden und so das Ergebnis nachhaltig verbessern.
Let the ink dry– Lilla Björn
Im Video fokussiert sich Lilla auf das Schreiben mit einem Füller. Etwas, was in Zeiten von KI-Zusammenfassungen vollkommen aus der Zeit gefallen scheint. Doch ihr geht es genau um den langsameren und bewussten Prozess des Schreibens mit Tinte. Mit einem Füller kann man einfach nicht schnell schreiben - das Ergebnis verwischt und sieht nicht mehr schön aus.
Dies ist kein Nachteil. Die Langsamkeit kann man auch zulassen und nutzen.
Innehalten, wenn ein Wort geschrieben wurde.
Reflektieren, was gerade entstanden ist.
Überlegen, was als Nächstes kommt.
Im Gegensatz zu digitalen Tools lassen sich einmal geschriebene Wörter nicht einfach löschen oder neu arrangieren.
Deswegen ist Überlegen im Vorfeld so wichtig. Das Schreiben ist ein bewusster Prozess und nicht nur reine Funktion.
Änderungen werden sichtbar. Der Prozess rückt in den Vordergrund.
Egal ob beim Schreiben mit Tinte oder beim Erschaffen im Allgemeinen:
Es muss nicht schneller gehen.
Wir müssen uns Zeit nehmen.
Nicht das Ergebnis ist wichtig.
Der Weg dahin zählt.