Jedes Ziel erreichen: Mit 3 Schritten und 5 Tipps zum Erfolg

Jede:r hat Ziele. Sei es im Privaten, im Beruf oder bei Hobbys. Auch in Unternehmen wird viel Zeit in Ziele investiert.
Und doch erreicht nicht jede:r die Ziele. Ich zeige dir, warum dies so ist und wie du jedes Ziel erreichen kannst.

letzte Änderung im Nov 2022 | Lesezeit: 10 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Was genau ist ein Ziel?

Zuerst müssen wir klären, was genau ein Ziel ist.

Denn ganz so trivial ist es nicht. Meist stecken in der Definition bereits erste Unklarheiten. Man muss zwischen einer Vision, einem Ziel und einem Plan unterscheiden.

Schauen wir uns dafür einmal die Definitionen etwas genauer an.

Definition: Vision

„Eine Vision ist in jemandes Vorstellung besonders in Bezug auf Zukünftiges entworfenes Bild.“

Zu einer Vision kann man in dem Zusammenhang auch Traum sagen.

Wie ein Traum ist eine Vision also eher etwas Immaterielles. Sie existiert hauptsächlich im Kopf einer Person oder ist eine gemeinsame, vage Vorstellung einer Personengruppe. Eine Vision ist auch immer in die Zukunft gerichtet. Sie zeigt ein Bild eines gewünschten Zustandes.

Definition: Ziel

„Ein Ziel ist etwas, worauf jemandes Handeln, Tun o. Ä. ganz bewusst gerichtet ist, was jemand als Sinn und Zweck, angestrebtes Ergebnis seines Handelns, Tuns zu erreichen sucht.“

Ein Ziel ist schon eine Stufe konkreter als eine Vision.

Ziele sind bereits ausformuliert und mit bestimmten Zieldimensionen versehen. Sie sind greifbar und lassen sich objektiv anhand verschiedener Kriterien vergleichen und einordnen. Ein Ziel ist ebenfalls für ein zukünftiges Bild formuliert.

Definition: Plan

„Ein Plan ist eine Vorstellung von der Art und Weise, in der ein bestimmtes Ziel verfolgt, ein bestimmtes Vorhaben verwirklicht werden soll.“

Ein Plan ist ein Ziel in Teilschritte runtergebrochen.

Mit einem Plan sind genaue Schritte vorgegeben und ausformuliert. Diese Schritte dienen dazu, das Ziel zu verfolgen und erreichen. Ein Plan ist auch so formuliert, dass man sich darüber austauschen kann.

In 3 Schritten von der Vision zur Zielerreichung

Soweit zur Definition, aber wie werden deine Visionen zu Zielen, die erreicht werden können?

Um von Visionen und Träumen zu erreichten Zielen zu kommen, sind 3 Schritte nötig. Diese Schritte sind unabhängig vom eigentlichen Ziel und dessen Größe ausschlaggebend für die Zielerreichung.

„A dream written down with a date becomes a goal.
A goal broken down into steps becomes a plan.
A plan backed by action makes your dreams come true.“
Greg Reid

1. Schritt: von der Vision zum Ziel

Von der Vision zum Ziel: Ein Traum mit einem Datum ist ein Ziel.

Den ersten Schritt in Richtung Zielerreichung kannst du gehen, indem du deine Visionen und Träume konkret formulierst und mit einem Datum versiehst.

Visionen und Träume sind eher vage. Jeder hatte schon einmal (Tag-)Träume. Solange diese Träume aber nur in deinem Kopf existieren und „irgendwann mal“ wahr werden sollen, ist das Erreichen eher unwahrscheinlich.

Damit eine Vision ein Ziel wird, sind Zieldimensionen nötig.

Du musst beschreiben, welcher Zielzustand erreicht werden soll. Es muss klar sein, welche Kriterien mindestens erfüllt sein müssen. Das Ziel benötigt ein Datum oder wenigstens ein Zeithorizont, indem es erreicht werden soll.

Sind diese Dimensionen erfüllt, ist aus der Vision ein Ziel geworden.

2. Schritt: vom Ziel zum Plan

Vom Ziel zum Plan: Ein Ziel in seine Schritte runtergebrochen wird ein Plan.

Im zweiten Schritt zur Zielerreichung wird das gesteckte Ziel in Einzelschritte zerlegt und so ein Plan erstellt.

Ein Ziel ist meist recht grob oder übergreifend formuliert. Indem du dir nun aufschreibst, welche Teilschritte nötig sind, um das Ziel zu erreichen, erstellst du einen Plan. Ein Plan muss dabei nicht zwingend jedes kleine Detail berücksichtigen oder lückenlos sein. Die Prinzipien des agilen Arbeitens gelten hier auch.

Wichtig ist, dass ein großes Ziel in kleinere Schritte runtergebrochen wird, die abgearbeitet werden können.

3. Schritt: vom Plan zur Zielerreichung

Vom Plan zur Zielerreichung: Ein Plan mit Taten unterstützt.

Bis zu diesem Schritt ist nach Außen meist noch nichts Sichtbares passiert. Deswegen ist der dritte Schritt besonders wichtig.

Nur durch Taten wird aus dem Plan auch Wirklichkeit. Erst hier zeigt sich, ob der Plan erreichbar ist und wie sich das Ziel und damit die Vision in der Realität schlägt.

Das klingt vielleicht trivial, der erste wirkliche Schritt in Richtung Umsetzung hat aber oft den größten Effekt. Und wird doch zu oft hinausgezögert. Zu schwer scheint die Umsetzung zu sein und zu viele Dinge unklar. Doch gerade diese Unsicherheit lässt sich nicht im Kopf beseitigen. Du musst »raus« und etwas tun.

Im Kontext agiler Teams und agiler Arbeit liegt der Fokus auch klar in der Umsetzung.

Visionen, Ziele und Pläne sind wichtig, die Umsetzung und Entwicklung mit dem Kunden zusammen aber wichtiger. Kurze Zeiträume helfen, die Umsetzung zu beschleunigen und das Feedback schnell zu verarbeiten.

Der ganze Prozess macht eine zuerst vage Vision über ein Ziel zu einem Plan. Und diesen Plan gilt es umzusetzen.

5 Tipps, die bei der Zielerreichung helfen

Selbst mit korrekt formulierten Zielen und angepassten Plänen liegt die Herausforderung bei der Erreichung von Zielen meist in der praktischen Umsetzung. Ich gebe dir fünf Tipps, die dir bei der Zielerreichung helfen können.

  • 1. Tipp: Fokussiere dich und deine Aufmerksamkeit auf ein Ziel
  • 2. Tipp: Schreibe deine Ziele auf
  • 3. Tipp: Dokumentiere den Fortschritt
  • 4. Tipp: Reflektiere deine Ziele regelmäßig
  • 5. Tipp: Behalte deine Ziele nicht für dich

Tipp 1: Fokussiere dich und deine Aufmerksamkeit auf ein Ziel

Der erste Tipp betrifft die Anzahl der Ziele, die du dir setzt.

Ein absoluter Fokus auf ein einziges Ziel klingt vielleicht zunächst schwer, ist aber meiner Meinung nach einer der am meisten verschenkten Potenziale.

Viel zu oft versucht man zwischen verschiedenen Aufgaben und damit auch Zielen hin und her zu springen. Das Problem dabei: Multitasking funktioniert nicht und nicht alles ist gleich wichtig!

„Extraordinary results happen only when you give the best you have to become the best you can be at your most important work.“
Gary Keller, The ONE Thing

Gary Keller hat es in seinem Buch „The One Thing“ schön zusammengefasst. Nicht durch immer mehr, sondern durch Fokus der gesamten Aufmerksamkeit auf das Wichtigste erreicht man außergewöhnliche Resultate.

In der Praxis ist der komplette Fokus auf nur ein einzelnes Ding oft das Schwerste.

Hier kann es helfen, wenn du deinen Fokus für einen bestimmten Zeitraum auf nur einem Ziel belässt. Etwa eine Woche lang an einem bestimmten Ziel arbeiten, oder einen Tag. Andere Aufgaben sollten in der Zeit lediglich notiert, aber nicht aktiv nachverfolgt werden.

Das führt auch direkt zum 2. Tipp.

Tipp 2: Schreibe deine Ziele auf

„Your brain is for having ideas, not for holding them.“
David Allen

Wie schon im Artikel über das Wiederfinden von Ideen, Gedanken und Notizen geschrieben, ist unser Gehirn nicht dafür ausgelegt, sich alles zu merken.

Daher dreht sich der zweite Tipp darum, dass du deine Ziele auch aufschreibst. Dabei ist es egal, ob es ein klassisches Notizbuch, eine spezielle App oder einfach ein Textdokument ist. Wichtig ist, dass du deine Ziele notierst und diese Notizen wiederfindest.

Das sorgt für zwei Sachen:
1. Vergisst du nichts und kannst dich schneller wieder einarbeiten.
2. Kann sich dein Kopf auf andere Sachen als das Merken konzentrieren und damit seine Stärken ausspielen.

Das Aufschreiben von Zielen hilft dir auch bei Tipp 3 weiter.

Tipp 3: Dokumentiere deinen Fortschritt

Nichts ist frustrierender, als wenn denkt, dass man feststeckt.

Was im Großen durch das Zerlegen des Ziels in Einzelschritte funktioniert, kann auch im täglichen Arbeiten am Ziel helfen.

Zusätzlich zu deinen Notizen zu den Zielen hilft es, wenn du deinen täglichen Fortschritt aufschreibst und somit dokumentierst. Auch wenn der Fortschritt im ersten Moment klein aussieht oder es Tage gibt, an denen es gefühlt rückwärts geht. Manchmal ist es einfach schön zu sehen, wenn über mehrere Tage hintereinander am Ziel gearbeitet wurde.

Tipp 4: Reflektiere deine Ziele regelmäßig

Die regelmäßige Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen hilft dabei, das Richtige zu tun.

Wenn du dir einmal pro Woche oder einmal pro Monat anschaust, welches Ziel du verfolgst und wie der Fortschritt aussieht, hat dies mehrere Vorteile. Zum einen kannst du, wie in Tipp 3,beschrieben deinen Fortschritt nachvollziehen. Zum anderen kannst du auch schauen, ob das Ziel überhaupt noch für dich aktuell ist.

Es kann vorkommen, dass Teilaspekte oder ganze Ziele zwar in der Vergangenheit relevant waren, sich die Umstände aber nun geändert haben. Vielleicht hat sich ein Problem anderweitig gelöst oder das Ziel passt nicht zu dir.

Durch die regelmäßige Reflexion bzw. Retrospektive bekommst du diese Abweichungen zeitnah mit und kannst reagieren.

Tipp 5: Behalte deine Ziele nicht für dich

Als fünften Tipp empfehle ich dir, deine Ziele nicht für dich zu behalten, sondern zu teilen.

Sei es mit Kolleg:innen, Freunden oder der Familie, wenn du deine Ziele teilst, machst du andere darauf aufmerksam. Das kann einerseits bei der Erfüllung helfen, indem dir Tipps oder Empfehlungen gegeben werden, die direkt helfen. Andererseits erzeugst du so auch einen gewissen positiven Druck auf die Erfüllung. Gerade wenn du dir selbst nicht sicher bist und eigentlich lieber etwas anderes machen möchtest, kann ein Hinweis von jemand anders hilfreich sein. Deswegen trainieren viele Menschen gerne gemeinsam.

Wie formuliert man Ziele?

Neben den 3 Schritten und 5 Tipps für die Zielerreichung ist es oft auch die Formulierung, die in der Praxis schwerfällt oder negative Auswirkungen auf die Zielerreichung haben kann.

Bei der Formulierung von unmissverständlichen und präzisen Zielen hilft die sogenannte SMART-Methode.

Mit der SMART-Methode Ziele besser formulieren und erreichen

Mit der SMART-Methode lassen sich einfach Ziele formulieren, die realistisch und damit auch erreichbar sind. SMART ist dabei ein Akronym für spezifisch, messbar, attraktiv, relevant und terminiert. Schauen wir uns die einzelnen Punkte einmal genauer an.

„Sport wäre toll.“
Beispiel für ein Ziel ohne SMART Formulierung.

S wie spezifisches Ziel

Ziele sollen möglichst präzise und konkret wie möglich formuliert werden.

Es darf kein Zweifel darüber geben, was erreicht werden soll. Wichtig ist hier eine möglichst genaue Wortwahl ohne viele Ausschmückungen. Allgemeine Aussagen und undeutliche Formulierungen haben hier nichts zu suchen.

Im Beispiel ergänze ich die Person und in welche Richtung es gehen soll.

Ich möchte mehr Sport machen.
Beispiel für spezifisches Ziel.

M wie messbares Ziel

Um objektiv festzustellen, ob ein Ziel erreicht worden ist, helfen nachvollziehbare Messkriterien.

Das ist speziell in der Rückschau wichtig. Nur, wenn es klare Messkriterien gibt, lässt sich die Zielerreichung feststellen. Die Kriterien können dabei quantitativ oder qualitativ formuliert werden.

Im Beispiel ergänze ich die Sportdauer.

„Ich möchte jeden Tag mindestens 2 Stunden Sport machen.“
Beispiel für ein messbares Ziel.

A wie attraktives Ziel

Ein Ziel sollte für einen selbst oder ein Team auch möglichst attraktiv sein.

Dabei helfen eine positive und aktive Formulierung. Du solltest selbst in der Hand haben, dass das Ziel erreicht werden kann und dies auch wollen. Was ebenso helfen kann, ist die Verknüpfung mit einer positiven Erfahrung und des gewünschten positiven Effektes.

Im Beispiel ergänze ich, wieso ich das Ziel verfolge.

„Ich möchte jeden Tag mindestens 2 Stunden Sport machen, damit sich meine Ausdauer und Gesundheit verbessert.“
Beispiel für ein attraktives Ziel.

R wie realistisches Ziel

Ein Ziel, bei dem von Anfang an klar ist, dass es nicht erreichbar ist, wird auch nicht aktiv verfolgt.

Aus diesem Grund sollten die gesteckten Ziele realistisch erreichbar sein. Wenn ein weiter entferntes und damit im ersten Schritt unrealistisches Ziel erreicht werden soll, hilft es das Ziel in Teilziele herunterzubrechen.

Im Beispiel verringere ich die Sportdauer, da ich gerade erst mit Sport anfange.

„Ich möchte jeden Tag mindestens 10 Minuten Sport machen, damit sich meine Ausdauer und Gesundheit verbessert.“
Beispiel für ein realistisches Ziel.

T wie terminiertes Ziel

Im letzten Schritt wird noch festgelegt, in welchem Zeitraum das Ziel erreicht werden soll.

Indem festgelegt wird, in bis zu welchem Datum das Ziel erreicht werden soll, schließt sich der Kreis zum Traum mit Datum von Anfang. Es ist nun klar, bis wann das Ziel erreicht oder zumindest überprüft wird. Kurze Zeiträume sorgen hier für schnellere Ergebnisse und deren Überprüfung.

Im Beispiel ergänze ich den genauen Zeitraum.

„Ich möchte in den nächsten 4 Wochen jeden Tag mindestens 10 Minuten Sport machen, damit sich meine Ausdauer und Gesundheit verbessert.“
Beispiel für ein spezifisches, messbares, attraktives, realistisches und terminiertes Ziel.

Noch zwei Schritte weiter mit der SMARTer Methode

Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Schritten kannst du noch 2 Buchstaben ergänzen, die das Thema Nachhaltigkeit im Blick hat. Die Ziele werden damit zusätzlich nach folgenden Kriterien formuliert:

E wie ecological (ökologische) Ziele

Das Ziel soll auch ökologisch sinnvoll sein und Umweltkriterien beachten.

R wie ressourcenbedachte Ziele

Das Ziel soll nur notwendige Ressourcen einsetzen.

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